Belles dunkle Vergangenheit

Loe war auf der Suche nach den Bärchenfiguren Ihrer Kindheit, die ich natürlich kenne, weil ich irgendwie jedes Spielzeug kenne und vor allem die, die auch gerade “in” waren, als ich klein war. Allerdings wecken diese Bären überhaupt keine guten Erinnerungen bei mir, sondern beschämen mich eigentlich nur. Ich hatte drei, naja, eigentlich zwei. Und das ist auch schon der Punkt, an dem ich anfange, mich zu schämen. Alle hatten diese Figuren – zu hunderten – nein tausenden, nur ich nicht. So wirklich toll fand ich sie zwar nicht, aber was alle haben, muss ich natürlich auch haben. Zu dieser Zeit war ich mit zwei Mädchen befreundet, die nicht bei mir in der Klasse waren, sondern die ich immer nur auf dem Spielplatz traf. Die beiden hatten diese Dinger natürlich auch und waren total verrückt und stolz darauf. Ich weiß nicht mehr genau, wie ich es angestellt habe, aber – und jetzt wird das ganze gute Bild zerstört, welches ihr vielleicht von mir hattet – ich habe eines davon geklaut. Es war ein Nilpferdkind in einer roten oder rotkarierten Hose. Ich habe es eingesteckt und mit nachhause genommen. Später am selben Tag kamen die beiden Mädchen bei mir zuhause vorbei und fragten mich, ob ich denn dieses Nilpferdkind gesehen hätte, denn sie können es nicht mehr finden und müssen es wohl auf dem Spielplatz verloren haben. Und weil ich sowieso schon am sündigen war, habe ich natürlich behauptet, ich hätte es nicht gesehen und wüßte auch nicht, wo es jetzt ist. Dabei habe ich mich schon so mies gefühlt und bis zum heutigen Tag bekomme ich Schuldgefühle, wenn mir dieses Bärenwald Nilpferd unter die Finger kommt. Denn natürlich meinte ein wohlmeinendes Familienmitglied (keine Ahnung mehr, wer das war) es müsste mir einen Bärenpapa und eine Bärenmama zu irgendeiner Gelegenheit kurz darauf schenken. Oder war das vielleicht von einem anderen Kind zu meinem Geburtstag? Keine Ahnung. Auf jeden Fall habe ich noch alle drei Figuren, habe nie wirklich damit gespielt und fühle mich bis heute schuldig. Aber vielleicht komme ich ja jetzt doch noch in den Himmel, weil ich meine Sünden dem öffentlichen Internet gebeichtet und mich als schlechter Mensch geoutet habe. Ich werde es ja dann feststellen. Berichten kann ich dann allerdings nicht mehr darüber, schließlich bin ich dann ja schon tot.

So viel zu sagen

und so wenig Muse, es auch zu tun. Gestern waren wir beim Familiengeburtstag, heute wurde der erste der Krabbelgruppe Jungs ein Jahr alt, morgen ist der zweite dran und dann im November wir. Wir kommen also aus dem Feiern garnicht mehr raus.

Und dann hatten wir heute früh noch die U6 oder besser Squishy hatte die U6. Was soll ich sagen, ein neuer Kinderarzt und unsere Geschichte wieder von vorne. Unser neuer Kinderarzt ist ein Ex-Frankfurter und war sehr begeistert darüber, dass wir das auch sind. Die arme Arzthelferin an der Rezeption war völlig aus der Fassung, als ich auf ihre Frage, wer denn nun die Mutter sei, mit “Das sind wir beide!” geantwortet habe. Sie hat mich angekuckt und gefragt: Ja, wie? Daraufhin ich: Also, das ist so… Belle, der Erklärbär, immer bereit, die Menschheit aufzuklären. Sie hat sich dann aber recht schnell wieder gefangen und später bei der Untersuchung dann nur gefragt, wer denn das Baby ausgetragen hat und das Squishy ja dann zwei Mamas hat. Die U6 selbst war erfolgreich wie immer. Squishy ist altersgerecht entwickelt und hat sich auch sonst tapfer geschlagen. Die Fakten: 76 cm lang, Kopfumfang 46,5 cm, Gewicht 9100 Gramm. Auch wie immer relativ groß und relativ leicht, aber innerhalb der Norm. Das nächst Mal dürfen wir Anfang Dezember zur MMR-Impfung hin, das steht für Masern, Mumps und Röteln und ist wohl heutzutage empfohlen. Und so feiern wir morgen noch ein bißchen weiter und freuen uns an den ganzen kleinen Babymännern, die alle so langsam größer werden.

Nachbarn

können durchaus wunderbar sein. Nach unseren kiffenden Psychopathen in Frankfurt und der extrem neugierigen und nervtötenden Vermieterin, die wir davor hatten, sind unsere neuen Nachbarn schon geradezu himmlisch. Sie haben zwar auch ihre Macken, aber wenigstens sind es normale Menschen. Dienstag Abend zum Beispiel klingelte es an der Tür und Cerah und Squishy haben aufgemacht. Da stand der Junge von nebenan mit seinem Freund und brachte uns ein Stück des Hefezopfes, den seine Mutter – also unsere Nachbarin aus der Wohnung direkt neben uns – eben gebacken hatte. Der Hefezopf war noch warm und hat super geschmeckt, obwohl ich normalerweise eine Abneigung gegen jede Art von Hefegebäck habe. Das fand ich so toll, dass ich mich dann auch noch bei seiner Mama bedankt habe. Wenn das mal nicht nett ist, weiß ich auch nicht!