Wie versprochen waren wir heute Morgen mal schnell drüben in Frankreich, sind ja nur 10 Minuten und haben die französische Wirtschaft etwas unterstützt. Wir sind zwar nur in den Supermarkt, aber das reicht ja auch schon für den Anfang. Wir wollen ja nicht übertreiben. Das schöne ist, dass es da immer ganz viele leckere Sachen gibt, die man bei uns nicht bekommt, auch wenn Lebensmittel etwas teurer sind. Was auch der Grund dafür ist, wieso unsere Discounter immer voll mit Franzosen sind. Wir haben leckeres Erdebeer-, Pfirsich- und Apfelwasser gekauft und natürlich auch Canada Dry für Cerah, die nach drei Jahren Entzug fast schon ekstatisch war. Als wir dann wieder vom Parkplatz wollten, stand da die Gendarmerie, die den Massenansturm der Deutschen an der französischen Tankstelle regelte. Das Benzin kostet da nämlich nur 1,28 Euro pro Liter und nicht 1,35 Euro wie bei uns. Und ich glaube, ich habe nur zwei französische Familien im Supermarkt gesehen, der Rest war deutsch. War ja klar, finde ich trotzdem immer wieder amüsant.
Ansonsten sind wir immer noch mehr oder weniger krank. Bei mir will’s irgendwie nicht richtig rauskommen, aber weggehen tut es auch nicht und ich fühle mich einfach immer angeschlagen, was auf Dauer sehr nervtötend ist. Squishy ist noch ziemlich verschnupft, wenn es auch langsam besser wird. Ich musste leider auch zur Erkenntnis kommen, dass ich ihm viel zu viel durchgehen lassen und er sich für Cerah wesentlich besser benimmt als für mich. Aber irgendwie entwickle ich mich in seiner Gegenwart zum sentimentalen Waschlappen und wenn er anfängt zu schreien, hat er mich eh schon rumgekriegt. Zum Glück gibt es Cerah, die mich dezent auf solche Dinge hinweist, damit das nicht zu sehr einreißt. Zum Beispiel die Sache mit dem Hochstuhl. Squishy hat die Angewohnheit, dass er sich im Hochstuhl immer auf die Knie setzt oder versucht, ganz aufzustehen. Also habe ich angefangen, ihn anzuschnallen, aus diesem Grund kommen die Hochstühle ja mit so einem Geschirr drin. Das war anfangs auch ganz okay, bis er gemerkt hat, dass er sich nicht mehr rumdrehen und aufsetzen kann, was natürlich zu ohrenbetäubendem Geschrei geführt hat. Also war ich der Ansicht, dass er fertig war, obwohl er eigentlich noch nichts gegessen hatte und wollte ihn “befreien”. Schlechte Idee, wie mir Cerah daraufhin mitteilte. Die Botschaft, die ich ihm damit sende ist nämlich: Wenn du nur lange genug schreist, dann bekommst du was du willst, in diesem Fall Befreiung vom Geschirr und er wird das immer weiter machen, weil es offensichtlich funktioniert. Also haben wir ihn schreien lassen, ihn ignoriert, bis er aufgegeben hat und alles wieder in Ordnung war. Die nächsten paar Mal ging es dann ohne Probleme und Geschrei und er sitzt jetzt brav da und beschwert sich nur, wenn er tatsächlich fertig ist und raus will. Wieder etwas gelernt. Mein Problem ist aber eindeutig die Konsequenz, da schlägt mich Cerah um Längen. Aber gemeinsam bekommen wir das mit dem Erziehen gut hin und ich weiß genau, dass meine Nachsichtigkeit irgendwann gebraucht wird. Spätestens wenn er ein Teenager ist, seine Freiräume braucht und sich von uns abnabelt. Aber bis dahin haben wir ja noch ein bißchen.