Ich glaube, wir sind angekommen

Das zeigt sich darin, dass wir heute beim Lebensmitteleinkauf richtig eingekauft haben. Beim letzten Mal waren wir noch etwas schüchtern und hatten im Endeffekt gerade mal genug fürs Wochenende. Aber da kam es uns auch noch wie Urlaub vor und nicht wie echtes Leben. Ich bin auch noch jedes Mal iritiert wenn ich das Nummerschild an unserem Auto sehe, weil nicht mehr Frankfurt darauf steht. So weit haben wir uns aber wieder gut eingelebt und weil wir uns hier ja auch schon auskennen, fällt auch das lästige Sich-Verirren weg, wofür ich sowieso berühmt bin. Das sind eben die Vorteile daran, wieder daheim zu sein.

Sophie hat auch schon ihren ersten Ausflug in die Freiheit bzw. die Beinahe-Freiheit unternommen. Wir wohnen ja jetzt im Erdgeschoss und unter uns ist eine Einliegerwohnung. Sophie unser schlaues Katzentier ist letzte Woche aus dem Küchenfenster gefallen, weil sie draußen auf dem Fensterbrett rumgeturnt ist, sich erschreckt hat und abgestürzt ist. Das war morgens früh um acht oder so und unsere anschließende Rettungsaktion war auch ganz toll. Belle in Schlafanzug und Socken aus der Balkontür gestürzt, über den Rasen gerannt und auf die Terrasse der Dame unter uns geklettert. Währenddessen sitzt Sophie nur dumm da unten rum und jammert das geschlossene Fenster der Wohnung unter uns an. Schließlich habe ich sie am Nackenfell gefasst bekommen und an Cerah nach oben weitergegeben, die sie dann wieder nach innen befördert hat. Meine Socken waren natürlich nass und dreckig, ich habe mir bei der Kletteraktion nach unten und dann wieder nach oben an den Füßen weh getan und das Katzentier hat nichts daraus gelernt, sondern lechzt immer noch nach einem offenen Fenster. Wenn sich die beiden mal richtig eingelebt haben, werden wir sie auch raus lassen, aber noch ist es nicht so weit. Bis dahin werden unsere Fenster nur noch gekippt bzw. nur bewacht offen gelassen.

Wir haben mittlerweile übrigens auch unsere allererste Pflanze bekommen. Eine wunderhübsche Orchidee, die jetzt das rechte Schlafzimmerfenster schmückt. Das war ein Teil meines Abschiedsgeschenks von der Frankfurter Arbeit, der andere Teil war ein IKEA-Gutschein, den wir natürlich immer gut gebrauchen können.

Wir sind heute Mittag zum Geburtstag meiner Tante eingeladen und sollten eigentlich so langsam gehen, was sich aber noch verzögert, weil der junge Herr noch Mittagschlaf hält. Aber so bald er aufwacht geht’s los. Oh, habe ihn gehört. Na dann man los!

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