Immer wenn wir im Autositzen, um nachhause oder in Richtung Frankfurt zu fahren, fallen mir mindestens zwei Millionen ganz wunderbare Blogeinträge ein. Und wenn ich dann wieder hier sitze und Zeit habe, etwas zu schreiben, dann ist alles weg. Ich könnte darüber schreiben, dass ich immer völlig entspannt sind, wenn wir nachhause fahren und auf dem Rückweg nach Frankfurt wieder total verkrampfe. Darüber, dass ich schon voll die Großstadtmanieren an mir habe und völlig hektisch, noch mit Geld in der Hand und offenem Geldbeutel von der Kasse im Penny wergrennne, weil ich schon so daran gewöhnt bin, dass hinter mir eine ganze Horde ungeduldiger Menschen wartet. Darüber, dass ich wirklich glücklich bin, diesen Schritt ins Ungewisse gewagt zu haben und mich trotzdem manchmal die Panik überkommt, ob ich denn nun auch einen Job finde, obwohl ich nach wie vor davon überzeugt bin, dass ich einen finde werde und die Sorgenphase meist nur sehr kurz ist. Darüber, dass bisher eigentlich alles viel zu gut lief und ich immer auf den großen Knall warte. Darüber, dass mein einziger Sorgenpunkt für die Zukunft ist, ob es für Squishy nicht einfach gewesen wäre in der Großstadt mit zwei Müttern aufzuwachsen und nicht auf dem Land. Darüber, dass ich es kaum erwarten kann, so richtig einzuziehen und die Stille zu genießen – und Millionen anderer Sachen. Aber die Hälfte ist immer wieder vergessen, so bald wir ankommen und aus dem Auto aussteigen.
Ich arbeit nun noch zwei Wochen und habe dann drei Wochen frei. Meine Mama ist ab morgen drei Wochen in Kur und verpasst so den großen Moment unseres Einzugs. Meine letzten beiden Arbeitswochen mache ich die Vertretung für meine Kollegin und betreue die beiden neuen Chefs. Ich hatte schon ganz vergessen, wie es ist, wenn man tagsüber tatsächlich mal was zu tun hat. Ständig werde ich auf der Arbeit gefragt, ob ich denn schon einen neuen Job hätte und wieso genau, ich nun eigentlich gehe. Das nervt schon etwas, vor allem weil die Gründe so offensichtlich sind, dass ich mir schon gar nicht mehr die Mühe mache, zu antworten. Es gibt wohl auch wieder zwei neue Kündigungen und die neuen Chefs bringen bisher keine neuen Aufträge. Ich bin froh, dass ich weg bin, denn so wirklich zukunftsträchtig scheint mir das alles nicht zu sein.
Ah that must be such a good feeling, to only have two more weeks left and then you can leave the sinking ship!
“Darüber, dass mein einziger Sorgenpunkt für die Zukunft ist, ob es für Nicholas nicht einfach gewesen wäre in der Großstadt mit zwei Müttern aufzuwachsen und nicht auf dem Land.”
Just think about the grass tickling his little feet!
I can really understand your worry though. It’s one of the things I considered when buying my house also. I prefer living in a more rural place, but I don’t really feel like becoming a village’s token lesbian… Then again, it will probably save Nicholas a lot of explaining. Once some people in a small town know about you three, the whole town will know. He won’t have to keep explaining the situation over and over, like he might have to do in a big city.