Live Earth – Gigantomanie

Nachdem auch ich endlich mal etwas von diesen Live Earth Konzerten mitbekommen habe, die morgen stattfinden, muss ich sagen, dass Gigantomanie die Sache ziemlich genau trifft. Alles in allem ist es ja sehr löblich, auf die miserable Lage unserer Umwelt hinweisen zu wollen, aber bringt das denn überhaupt was?

Man nehme mal die Live Aid bzw. Live 8 Konzerte, die in den Achzigern und danach nochmal 2005 stattgefunden haben. Um was ging es da doch gleich? Okay, beim ersten Mal, fällt auch mir sofort Armut in Afrika ein. Aber 2005? Wozu war das doch gleich gut? Das war doch auch so was ähnliches. Ja richtig, dabei ging es um den Schuldenerlass für die ärmsten Länder der Welt. Und nun also das gleiche Spiel nochmal, diesmal mit noch mehr Konzerten in noch mehr Ländern für ein noch größeres Ziel. Das ist zwar bitter nötig, doch ich bezweifle, dass es irgendjemanden zum Umdenken bewegen wird. Was haben denn die beiden anderen Konzerte gebracht? Geht es den Menschen in Afrika besser? Wurden Schulden erlassen? Interessiert sich im Moment irgendjemand für Afrika? Aids? Hunger? Krieg? Ist es nicht auch schön zu wissen, dass manche Stars diese Konzerte als optimale Comeback-Plattform wahrnehmen? Und wieso müssen das schon wieder Konzerte sein? Wo bleibt denn da die Innovation? Das Thema ist doch schon völlig ausgelutscht und treibt keinen Hund mehr hinter dem Ofen vor. Oder bin ich die einzige, die diesem Event völlig gelangweilt entgegen gähnt?

Meine persönliche pessimistische Meinung zum Thema ist, dass es vermutlich sowieso zu spät ist, uns unseren Planeten zu erhalten. Was nicht heißt, dass ich deshalb völlig unverantwortlich mit Ressourcen umgehe. Die Erde ist mir nicht egal. Und obwohl ich erst seit 27 Jahren auf diesem Planeten weile, habe ich doch schon in der Grundschule, das war damals in den Achzigern, vom Waldsterben und Umweltverschmutzung gehört. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass meine Eltern ziemlich “grün” sind, aber seitdem sind fast 20 Jahre vergangen und nichts ist passiert. Vom Waldsterben redet keiner mehr, zwischendurch machte uns “El Nino” mal Sorgen und das wurde jetzt von der globalen Erwärmung abgelöst.  Wenn ich sogar als Kind kapiere, dass da was ganz furchtbar schief läuft, wieso können das dann die Politiker nicht sehen?

Natürlich kann man jetzt sagen, hättest ja selbst Politiker werden können, dann hättest du was ändern können und müsstest hier jetzt nicht rumheulen und andere beschuldigen, nichts zu tun. Aber dazu fehlt mir der Ehrgeiz. Außerdem bin ich der Ansicht, dass man doch in irgendeiner Weise an die Menschheit glauben muss, um Politiker zu werden. Wer stellt sich schon freiwillig als Buhmann der Nation auf, wenn er nicht tief in sich drin den Galuben hat, dass man etwas verändern kann? Ich als Politiker? Wer will schon hören, dass die Menschheit an sich eine ziemlich dämliche Spezies ist? Wer entzieht sich den bitte selbst die Lebensgrundlage? Das können ja wohl nur wir. Die Krone der Schöpfung. Die Herrscher der Welt. Wir, mit dem opponierbaren Daumen. Das ich nicht lache!