DIE Antwort

Also, um es kurz zu machen: ab 1. Oktober haben wir weder eine Wohnung noch ich einen Job.

Und wisst ihr was? Ich fühle mich verdammt gut dabei. Denn Freitag morgen habe ich meinen Vertrag rausgekramt, um zu kucken, ob ich tatsächlich nur mit 3 Monaten Frist zum Quartalsende kündigen kann. Und dabei habe ich eine Passage entdeckt, die besagt, dass dem tatsächlich so ist und dass weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer das bestehende Arbeitsverhältnis zum 31.12. kündigen können. Und da war dann endgültig klar, dass ich gehe. Denn das hieße ja entweder ich bin in drei Monaten oder in neun Monaten weg. Und neun Monate geht ja grad mal garnicht, bis dahin wäre ich ein Wrack gewesen und dazu bin ich mir einfach zu schade.

Mein Kündigungsgespräch hat mich dann nochmal in meiner Entscheidung bestätigt, denn mein erstes Problem war schon mal, dass ich überhaupt nicht wußte (immer noch nicht weiß) wer denn eigentlich mein Chef ist. Ich habe mich dann für den netteren der beiden neuen entschieden, der zwar vermutlich auch nicht der richtige war, aber egal, irgendjemandem musste ich meine Kündigung ja geben. Dann hat er irgendwas in die Richtung gesagt, dass er schon einsieht, dass es nicht, dass ich rumsitze und mich langweile, aber an der Zuteilung (die Ossikollegin betreut zwei Chefs und ich keinen) wird er nichts ändern, das soll dann eher so sein, dass die Projektbetreuung unter uns aufgeteilt wird. Ist prinzipiell ja in Ordnung, war auch früher so, aber gut zu wissen, dass er alles tut, was der Oberboss anordnet. Und das war auch mal so, dass man die Projekte seines Partners betreut. Und spätestens da war mir klar, dass ich da nur versauern werde und sich nichts ändern wird. Vielen Dank auch! Am Ende meinte er dann noch, dass er die Kündigung jetzt einfach mal so annimmt und weitergibt. Wenn ich aber bis in zwei, drei Monaten vor lauter Spaß nicht mehr retten kann, könnte ich natürlich auch gerne bleiben. Ja, genau. Ist ja nett, dass mir da ein Sicherheitsnetz angeboten wird, aber ich glaube, eher hacke ich mir die Hände ab, denn so ein bißchen Stolz habe ich auch noch.

Unser ultimative Ziel ist es jetzt natürlich einen Job in der Nähe meiner Eltern zu finden, damit wir wieder dahin zurück ziehen können. Falls das nicht klappen sollte bleiben wir eben hier, ziehen aber aus der Stadt raus und in Frankfurt als Sekretärin einen Job zu finden, ist kein Problem. Das wird zwar vielleicht nicht unbedingt das Nonplusultra sein, aber das verlangt auch keiner. Deshalb machen wir uns auch keine Sorgen, sondern freuen uns darauf, dass wir endlich unsere Leben mal wieder selbst bestimmen können und nicht mehr dauernd auf irgendwas warten müssen. Denn es ist sehr frustrierend nichts unternehmen zu können, weil man auf dieses und jenes und sonst noch was wartet. Aber die Adoption ist durch, jetzt können wir loslegen.