Cerah hat mir beim Abendessen eine sehr interessante Frage gestellt: Wenn wir uns morgen trennen würden, würdest du versuchen mir Squishy wegzunehmen? Auch wenn du genau weißt, dass du weiterhin den ganzen Tag lang arbeiten gehen würdest und ihn so oder so nicht selbst beaufsichtigen könntest?
Mal ganz ehrlich, was würde jemand anderes in meiner Situation sagen?
Ich weiß, wie die vernünftige Antwort lauten sollte: Nein, natürlich nicht. Ich will ja das Beste für unser Kind.
Ich weiß aber auch, wie die wesentlich realistischere und ehrlichere Antwort lauten wird: Ja, auf jeden Fall.
Welche Trennung läuft denn bitte harmonisch und vernünftig ab? Von sowas habe ich noch kaum gehört. In den allermeisten Fällen sind Trennungen Schlammschlachten sonder gleichen bei denen die Beteiligten über Leichen gehen. Wie kann eine Trennung auch harmonisch sein, wenn es sich dabei immer um verletzte Gefühle handelt? Die Person, die man geliebt und der man so lange vertraut hat, wird auf einmal zum Feind.
Und ich kenne Cerah und mich. Ich bezweifle stark, dass wir uns jemals trennen werden, wenn es aber doch so kommen sollte, werden wir uns garnichts gönnen. Ich kenne uns beide gut genug, um zu wissen, dass wir uns nichts schenken würden. In solchen Sachen sind wir beide nachtragend, unversöhnlich und unerbittlich sind. Bereit, einander zu schaden und zu verletzen, wo wir nur können. Und erfinderisch sind wir dabei auch noch.
Um zu verhindern, dass unser Egotrip im Falle einer Trennung auf Squishy’ Rücken ausgetragen wird, wird er durch die Stiefkindadoption bald zu Cerahs legalem Sohn. Damit wird mir zum Glück die Möglichkeit genommen, ein Arsch zu sein und ihn als Mittel zum Zweck zu benutzen. Das ist nur einer von vielen Gründen für die Adoption, der Hauptgrund bleibt nach wie vor, dass wir der Ansicht sind, dass die Personen, bei denen das Kind aufwächst das volle Sorgerecht haben sollten.
Ich weiß, das hört sich alles ganz furchtbar an und viele werden jetzt vermutlich sagen, dass wir viel zu negativ eingestellt sind. Aber wir sind in dieser Hinsicht nicht naiv und manchmal muss man sich eben selbst ausbooten, so lange man noch die Möglichkeit und die Vernunft dazu hat.
So, dieses Thema wäre dann auch bei uns geklärt.
Zumindest hypothetisch. Real wird diese Situation eh nie passieren.
Du weißt schon was ich meine, oder?
So, das Thema haben wir jetzt auch abgefrühstückt.
Zumindest hypthetisch, aber real tritt diese Situation eh nicht ein. Du verstehst schon was ich meine.
Ach jesus, jetzt habe ich gleich zwei Mal das gleiche kommentiert, kansnt ja das hier und das zweite einfach ins NIrvanan schicken. Irgendwie hat da WordPress oder mein Browser gefehlert.
Hui, das ist aber ganz schön starker Tobak!
Aber ihr habt schon recht – und ich glaube, im Falle einer Trennung werden sich die wenigsten etwas schenken oder bei etwas klein beigeben, vor allem nicht, wenn es um unseren Sohn geht. Wie sagt Jenna immer? “Leg dich nie mit einem Löwen an! Wenn du gegen mich bist, werd’ ich zur Sau.” Ist zufällig einer von euch Löwe?
Ich meinte natürlich euren Sohn, bzw unser Kind, nicht unser Sohn.
Meine Frau
Das war wohl schon Wunschdenken
Süß ! Knutsch dich !
P.S. Ich denke auch, dass ich im Fall der Fälle alles versuchen würde, das alleinige Sorgerecht zu bekommen. Und ja, deswegen ist diese Stiefkind-Adoption so wichtig: damit wir (leiblichen) Mütter nicht zum völligen A**** werden können und unseren Frauen das Kind wegnehmen können nur um sie zu bestrafen – da stimme ich BB völlig zu !!
Ah someone else that is not affraid to think in those ways. At work they think I’m crazy for wanting to get as many legal rights as possible for Kat, just in case we will seperate and I will become a monster and try to leave her with nothing. My colleagues think I’m completely unromantic and that I’m doom thinking and don’t trust Kat. I think it’s the complete opposite. I wouldn’t want those rights for me, but for her. I’ve seen it happen around me to often; I don’t want to be naive in this. I want to ensure her rights as an act of love and out of future protection against the horrible person I may become.
So this line of thinking about your son, I don’t think it’s horrible at all. I think it’s sane and it’s an act of love. And I hope from the bottom of my heart that you’ll never need it!
- Loe
Anderes Szenario: Meine NochNichtFrau hat nach den ersten durchgeschrieenen Nächten keinen Bock mehr auf Family und orientiert sich neu. Ohne die Stiefkindadoption stehe ich ohne finanzielle Absicherung da. Bis die Adoption durch ist kann alles passieren!
Ach Jule, da gibt es noch so viele schlimme Szenarien, die leider rein gar nichts mit freien Entscheidungen zu tun haben, aber alle viel viel einfacher wären, zumindest für die Kinder und ihre Absicherung, wenn die Kinder, die in eine bestehende Partnerschaft geboren werden, sofort auch beide Eltern offiziell hätten. Leider ist die Stiefkindadoption noch nicht das Gelbe vom Ei. Aber doch schon mal das Eiweiß. Immerhin.