Bevor die ganze Sippschaft (26 Leute inklusive uns) zum Sektempfang zu meinen Eltern kam, haben wir noch das Auto gewaschen, ein Nickerchen gemacht und uns geputzt und gestriegelt. Nicholas hat abends noch mal ein Nickerchen eingelegt und wurde erst wieder wach, als die ganzen Leute eingetrudelt sind. Und der Kleine war echt ein Champ. Er hat zwar ein bißchen gefremdelt, war aber nicht so wild. Wir konnten sogar bis nach dem Dessert bleiben, denn er schlief tatsächlich kurz in seinem Autositz ein und war danach auch noch ein bißchen wach. Und natürlich wollte ihn alle mal halten und knuddeln. Für manche Teile meiner Familie väterlicherseits war das die erste Begegnung mit unserem kleinen Superstar.
Ich bin mir nicht ganz sicher, was sie über unsere kleine Familie denken, hatte aber das Gefühl, dass das Konzept offen über eine so “ungewöhnliche” Familie wie unsere zu reden, doch etwas befremdlich für manche war. Zum Beispiel kamen meine zwei Tanten zur Tür rein und fragen: Wo ist denn der Kleine? Worauf ich antwortete: Da hinten mit seiner Mami. Ich konnte fast das Krachen hören, als die Unterkiefer auf den Boden gefallen sind. Sie haben es aber wortlos zur Kenntnis genommen und sind dann zu Sarah und Nicholas abgezogen. Ich dachte, da müssen wir gleich von Anfang an klarstellen, wer hier was ist und es hat ja offensichtlich auch funktioniert.
Was mich jedes Mal aufs neue erstaunt und fasziniert ist, wie vernarrt mein Opa (der Vater meines Vaters) in Nicholas ist. Normalerweise ist er super empfindlich und fängt quasi schon an zu würgen, wenn er auch nur daran denkt, dass sowas wie ein fast verdauter Mageninhalt überhaupt existiert. Auf jeden Fall hatte er Nicholas auf dem Arm und der hat dann halt ein bißchen gespuckt. Sarah war schon in Alarmbereitschaft, um den Uropa vom Ekelfaktor Kind zu befreien. Er sieht es, ignoriert es völlig und hat weiterhin Spaß mit Nicholas. Ich bin fast tot umgefallen, als Sarah mir das erzählt hat. Da muss der Kleine bei seinem Uropa ja einen riesigen Stein im Brett haben.
Um kurz vor 22:00 Uhr sind wir dann gegangen. Da war Nicholas so müde, dass er dringend ins Bett musste. Allerdings war es so aufgedreht und übermüdet, dass er erst noch fast eine Stunde gebraucht hat, bis er wieder ruhig war, um einschlafen zu können. Wir waren aber sehr stolz auf ihn, denn er hat sich wirklich von seiner besten Seite gezeigt.
Sonntag früh haben wir uns dann wieder auf den Heimweg gemacht und waren um kurz vor 12:00 Uhr wieder daheim.Heute früh bin ich dann erstmal zum Arzt, da ich zur Abwechslung mal wieder ein Lippenherpes habe. Ich glaube das ist Nr. 12 seit der Geburt von Nicholas. Die Ärztin meinte allerdings, dass man da überhaupt nichts dagegen machen kann, das sei wohl noch die Hormonumstellung nach der Schwangerschaft. Ich solle noch 3 Monate Geduld haben, dann sollte sich mein Körper wieder vollständig umgestellt haben. Bis dahin muss ich wohl damit leben, dass ich alle zwei Wochen so ein Schrottteil im Gesicht hängen habe. Bäh! Da habe ich aber absolut überhaupt keine Lust drauf.