May
30
2007
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Was wäre deine Antwort gewesen?

Sarah hat mir beim Abendessen eine sehr interessante Frage gestellt: Wenn wir uns morgen trennen würden, würdest du versuchen mir Nicholas wegzunehmen? Auch wenn du genau weißt, dass du weiterhin den ganzen Tag lang arbeiten gehen würdest und ihn so oder so nicht selbst beaufsichtigen könntest?

Mal ganz ehrlich, was würde jemand anderes in meiner Situation sagen?

Ich weiß, wie die vernünftige Antwort lauten sollte: Nein, natürlich nicht. Ich will ja das Beste für unser Kind.

Ich weiß aber auch, wie die wesentlich realistischere und ehrlichere Antwort  lauten wird: Ja, auf jeden Fall.

Welche Trennung läuft denn bitte harmonisch und vernünftig ab? Von sowas habe ich noch kaum gehört. In den allermeisten Fällen sind Trennungen Schlammschlachten sonder gleichen bei denen die Beteiligten über Leichen gehen. Wie kann eine Trennung auch harmonisch sein, wenn es sich dabei immer um verletzte Gefühle handelt? Die Person, die man geliebt und der man so lange vertraut hat, wird auf einmal zum Feind.

Und ich kenne Sarah und mich. Ich bezweifle stark, dass wir uns jemals trennen werden, wenn es aber doch so kommen sollte, werden wir uns garnichts gönnen. Ich kenne uns beide gut genug, um zu wissen, dass wir uns nichts schenken würden. In solchen Sachen sind wir beide nachtragend, unversöhnlich und unerbittlich sind. Bereit, einander zu schaden und zu verletzen, wo wir nur können. Und erfinderisch sind wir dabei auch noch.

Um zu verhindern, dass unser Egotrip im Falle einer Trennung auf Nicholas’ Rücken ausgetragen wird, wird er durch die Stiefkindadoption bald zu Sarahs legalem Sohn. Damit wird mir zum Glück die Möglichkeit genommen, ein Arsch zu sein und ihn als Mittel zum Zweck zu benutzen. Das ist nur einer von vielen Gründen für die Adoption, der Hauptgrund bleibt nach wie vor, dass wir der Ansicht sind, dass die Personen, bei denen das Kind aufwächst das volle Sorgerecht haben sollten.

Ich weiß, das hört sich alles ganz furchtbar an und viele werden jetzt vermutlich sagen, dass wir viel zu negativ eingestellt sind. Aber wir sind in dieser Hinsicht nicht naiv  und manchmal muss man sich eben selbst ausbooten, so lange man noch die Möglichkeit und die Vernunft dazu hat.

Written by Belle in: Alltag |
May
30
2007
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Nacht 1 auf dem Sofa

Was soll ich dazu sagen? Letzte Nacht war unsere erste Nacht auf dem Sofa… seufz… und ich bin nicht wirklich davon begeistert. Zwar haben wir ein Ausziehsofa, das ausgezogen 1,40 m breit ist, aber es ist halt doch was anders als so ein kuscheliges Bett. Nicholas hat uns im Schlafzimmer vermisst, da war es vermutlich zu still, und ist auch des öfteren aufgewacht. Und dann waren die Katzen noch sauer, weil sie aus dem Wohnzimmer verbannt wurden und haben ständig an der Tür rumgekratzt. Und wenn es das nicht war, dann bin ich einfach aufgewacht, weil es unbequem, viel zu hell (wir haben keine Rollladen) und überhaupt doof war. Ich war in meinem nächtlichen Bewegungsdrang sehr eingeschränkt – angeblich zappele ich nachts rum wie ein Fisch auf dem Trockenen – und das war noch ein weiterer Grund wieso ich ständig wach war. In dieser Hinsicht bin ich wohl irgendwie mit meinem Sohn verwandt, der nachts auch gerne mal durch das ganze Bett wandert.

Nun bin ich heute also wieder etwas müde und wir haben unser Sofatraining auf das Wochenende verschoben, da können wir uns dann tagsüber wenigstens erholen. Aber irgendwie bekommen wir das auch noch hin.

Written by Belle in: Leben in Frankfurt |
May
28
2007
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Lazy sunday afternoon

Ja, ich weiß, es ist Montag nicht Sonntag. Da es aber ein gefühlter Sonntag ist (Pfingstmontag), bleibe ich einfach dabei. Wir haben unser sehr langes Wochenende dazu genutzt, überhaupt nichts zu tun und zwar rein garnichts. Zum Glück war das Wetter ja auch sehr regnerisch, da müssen wir dann kein schlechtes Gewissen haben, wenn wir keine Lust haben, irgendwas zu tun. So haben wir unser Wochenende damit verbracht, uns zu entspannen ohne irgendwelche Gedanken an doofe Dinge zu verschwenden. Muss ja auch nicht immer sein.

Ich freunde mich so langsam mit dem Gedanken an, unser Schlafzimmer zu räumen, damit Nicholas sein eigenes Zimmer hat. Wir werden dann wohl auf dem Sofa nächtigen, aber mit dem Kleinen in einem Zimmer zu schlafen, ist einfach total nervtötend. Erstens wecken wir ihn jede Nacht auf, wenn wir ins Bett gehen und zweitens weckt er uns dauernd auf, wenn er auch nur den kleinsten Piep von sich gibt. Und es ist erstaunlich wie viel sich der junge Herr bewegt wenn er schläft. Umziehen müssen wir auf jeden Fall, aber 3-Zimmer-Wohnungen zu akzeptablen Preisen sind schwer zu finden. Zudem würden wir, sollten wir denn hierbleiben, gerne aus der Stadt raus, damit wir auch mal etwas grün sehen und nicht nur Asphalt, Bahnschienen und dreckige Hinterhöfe.

Aber fürs erste, werden wir wohl der Dinge harren, die da kommen, hoffen dass die Adoption bald durch ist und eine ruhige Kugel schieben. Irgendwie hat bis jetzt noch immer alles hingehauen. Und so wird das diesmal hoffentlich auch sein.

Written by Belle in: Alltag, Leben in Frankfurt |
May
27
2007
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Sommergewitter

Zum Glück ist bei uns gestern nicht die Welt untergegangen wie in manchen Teilen Deutschlands. Ich habe den ganzen Tag auf das Gewittter gewartet und dann abends irgendwann, der Bollywood-Film lief schon, kam es dann endlich auch zu uns.

Gewitter habe ich schon immer geliebt, auch wenn ein Stadtgewitter nicht halb so schön ist wie ein Landgewitter. Früher bin ich oft während eines Sommergewitters barfuß in den Regen gelaufen und bin im Dreckwasserbach vor unserem Haus rumgehüpft. Zwar sah ich hinterher aus wie ein Schwein, aber Spaß hat’s gemacht.

Hier geht das leider nicht mehr. Zudem fühle ich mich mittlerweile etwas zu alt, um solche Späße in aller Öffentlichkeit auszuleben, aber ich freue mich jetzt schon darauf, wenn ich das mal zusammen mit Nicholas machen kann.

Da ich aber Gewitter immer noch ganz super finde, habe ich gestern versucht, Blitze einzufangen. Das wollte ich schon immer mal machen, hatte aber weder die passende Kamera noch ein Stativ dafür. Jetzt habe ich beides und hatte sogar das Glück von über 70 Versuchen 4 Blitze zu erwischen. Ich hätte nicht gedacht, dass das wirklich so schwer ist, aber auch die anderen Bilder können sich sehen lassen!

Und dann der Blitz:

Written by Belle in: Leben in Frankfurt |

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