Und ich habe noch nie so viele kreidebleiche Gesichter auf einmal gesehen. Das hat eingeschlagen wie eine Bombe. Mir tun diejenigen Leid, die wirklich von nichts eine Ahnung hatten. Sogar unser Vorstand ist extra eingeflogen, um uns persönlich mitzuteilen, dass unser Geschäftszweig quasi von heute auf morgen ausgelöscht wurde. Und dann kam das, was ich fast schon erwartet hatte: Wir sind toll. Wir sind stark. Gemeinsam können wir wieder alles aufbauen und es wir schöner und besser als je zuvor. Jede Menge heiße Luft. Naja, die Projekte werden jetzt auf die übriggebliebenen Chefs verteilt und dann kommen vielleicht noch neue dazu, vielleicht auch nicht. In drei oder vier Wochen ist dann nochmal ein Meeting angesagt, um zu schauen, wie sich die Sache so entwickelt hat. Im Endeffekt hängen jetzt erst Mal alle im luftleeren Raum und ich bin mir ziemlich sicher, dass noch einige folgen werden, die den Chefs mehr verbunden sind als der Firma, was ich auch völlig nachvollziehen kann. Es wurde auch gesagt, dass niemand Existenzängste haben muss, denn die Lücken werden wieder aufgefüllt werden. Ist ja auch alles schön und gut, aber diese Ungewissheit kostet viel Energie.
Aber jetzt kommt erst mal das Wochenende und dann schauen wir weiter. Kommt Zeit, kommt Rat.