Schon mal den Boden unter den Füßen weggezogen bekommen? Ist mir heute passiert. Meine ganz wichtige Kollegin ruft mich heute and lädt mich zu einem Team-Meeting ein, morgen um 11:30 Uhr. Wie immer tut sie ganz wichtig und ich hatte auch keinen Bock nachzufragen, die lässt ja eh keine Infos raus.
30 Minuten später ruft meine Chefin von unterwegs an: Belle, bist du auch zu dem Team-Meeting eingeladen worden? Ja, bin ich. Weißt du worum es geht? Ich kann’s mir denken. (Die Hälfte meines alten Teams inklusive Chef hat gekündigt, wußte ich aber nur inoffiziell aus verschiedenen E-Mail-Posteingängen, auf die ich Zugriff habe.) Kennst du das volle Ausmaß der Kündigungen? Da wurde ich dann schon misstrauisch. Nein, kenne ich nicht. Sie fängt an, die 3 aufzuzählen, von denen ich schon weiß, nennt noch zwei weitere Chefs aus München und Düsseldorf und sich selbst. Ich falle schier vom Stuhl. Sie hat gekündigt??? Was soll das denn bitte? Ich wußte zwar, dass was im Busch ist, aber damit hätte ich nicht gerechnet. Was sie hinterher macht, wollte sie mir auch nicht verraten, mal schauen, war die Antwort und ich war völlig sprachlos. Aber wenn ich eins in dem Laden gelernt habe, ist es, immer so zu tun, als ob ich alles weiß, anders kommt man an keine Infos. Und so tue ich halt, als ob ich das schon längst gewußt hätte und sie meinte auch, und hat sich zu meiner Befriedigung ziemlich erstaunt angehört, dass ich mich ja garnicht überrascht anhöre. Worauf ich nur meinte, ich hätte es ja schon geahnt, schließlich habe ich Zugriff auf die E-Mails verschiedener Leute und doof bin ich ja auch nicht. Dann kam noch sowas wie, schade, dass wir nur so kurz zusammen gearbeitet haben und die nächste Zeit wird wohl für alle sehr interessant werden bla bla bla. Super, damit ist mein Job quasi überflüssig und das wo mir die Arbeit gerade wieder angefangen hat, Spaß zu machen. Vielen Dank! Da kommen doch schon mal Zukunftsängste auf immerhin ernähre ich drei Menschen und zwei Katzen von dem Job. Zum Glück arbeite ich in einer großen Firma mit fast 1200 Beschäftigten alleine in Frankfurt und quasi unkündbar. Trotzdem habe ich keine Ahnung, was jetzt mit mir passiert und ob ich bleibe wo ich bin oder versetzt werde. Ich werde heute Nacht vermutlich ein bißchen unruhig schlafen bis ich morgen im tollen Team-Meeting erfahre, was den jetzt mit den übriggebliebenen passieren wird. Oh Mann, unser Leben wird wirklich nie langweilig!