Unser Geburtsvorbereitungskurs

Freitag Nachmittag und gestern ganztägig hatten wir unseren Geburtsvorbereitungskurs. Das war ziemlich anstrengend aber informativ. Der Kurs wurde von einer Hebamme geleitet und war im Grunde genommen ein Vortrag über alles was bei der Geburt so passiert und ein paar Atem- und Entspannungsübungen.

Am interessantesten finde ich bei solchen Dingen ja immer die anderen Paare, die da so rumhängen. Und oh mann, vom Schicki-Micki- bis zum Was-mache-ich-eigentlich-Typ war alles vertreten. Auch ein Paar, das in der 24. Woche mit Drillingen schwanger war. Natürlich waren die definitiv auch schon über 40 und was die Alte sich beschwert hat. Oh mein Gott! Ich konnte nur grinsen und dachte mir: Tussi, wenn du jetzt schon so rumheulst warte mal die nächsten 10 Wochen ab und dann erst, wenn die Babys da sind. Vermutlich hätte ich Mitleid mit ihr und ihrer Drillingsschwangerschaft gehabt, wenn ich es nicht auch schon anders erlebt hätte. Ich habe während Dianas Schwangerschaft kein einziges Mal irgendwelche Beschwerden von ihr gehört. Sie hat bis zur 35. Woche durchgehalten, war topfit und ist noch rumgerannt wie ein Weltmeister. Naja, ich bin eben immernoch der Ansicht, dass 40 zu alt ist, um Kinder zu bekommen und dann gleich 3 auf einmal. Das ist eine Erfahrung, die zwar interessant ist, aber einmal im Leben reicht voll und ganz.

Der Kurs selbst bzw. der Vortrag der Hebamme war informativ. Sie hat Fragen beantwortet, Tipps gegeben und auch viel dazu gesagt, was der Partner dazu tun kann, die werdende Mutter während der Geburt zu unterstützen. Am Anfang hat die Hebamme mich tierisch genervt. Wir haben so Atemübungen gemacht und wie immer habe ich nicht in den Bauch sondern in den Brustkorb geatment und prompt einen Rüffel von ihr bekommen. Ich hasse es, wenn man mir versucht zu sagen, was ich machen soll. Schließlich weiß ich alles besser! Und das war gleich in den 30 Minuten am Freitag. Da war sie natürlich gleich bei mir unten durch, ich fand sie unsympathisch und zickig und dacht nur: Wie soll ich das den ganzen Samstag mit der überleben???? Tja, was soll ich sagen, nachdem ich meine gekränkte Eitelkeit überwunden hatte, habe ich dann doch festgestellt, dass sie nett ist, weiß wovon sie redet und es nur gut meint. Bei den Atemübungen am Samstag war ich dann übrigens voll der Champ und habe es genau richtig gemacht. Gaaaanz tief durch die Nase einatmen und gaaaaaanz lang durch den Mund ausatmen.

Und weil wir grade schon da waren, haben wir sie gebeten, mal zu tasten, ob unser kleiner Schatz denn auch noch richtig liegt oder ob er sich aus lauter Übermut in die falsche Richtung gedreht hat. Ähm ja, tasten ist vielleicht nicht das richtige Wort eher auf dem Bauch rumdrücken wie bescheuert. Das Ergebnis ist, dass er liegt wie er soll, d.h. mit dem Popo nach oben und dem Rücken nach vorne. Er hat sich wohl auch schon etwas gesenkt, denn sein Kopf liegt im Becken, ist aber noch frei beweglich. Und wie bereits erwartet, entspricht er nicht der Norm, will heißen, dass das erste Kind in 80 % der Fälle auf der linken Seite liegt und normalerweise ist die Plazenta an der Rückwand der Gebärmutter. Bei uns aber nicht: Er liegt rechts un hat eine Vorwandplazenta. War ja aber nicht anders zu erwarten, bei uns entspricht ja nichts wirklich 100 prozentig der Norm. ;-)

Nach dem Kurs haben wir uns noch ein bißchen alleine mit der Hebamme unterhalten. Sie wollte wissen, wie wir schwanger geworden sind und so weiter. Während der 11 Jahre, die sie jetzt schon diese Kurse macht, waren wir wohl das erste Frauenpaar. Sie hat sich auch ganz doll angestrengt, Partner anstatt Vater zu sagen. Und für den ersten Versuch hat sie das auch gut gemacht. Sie hat uns alles Gute gewünscht und meinte, vielleicht hat sie Dienst, wenn wir zur Entbindung kommen und dass sie denkt, wir werden keine großartigen Probleme haben, wir machen ja so einen ruhigen Eindruck.

Als Fazit kann ich sagen, dass so ein Kurs nicht unbedingt zwingend notwending ist, aber ich fand ihn hilfreich. Es ist beruhigend zu wissen, wie so eine Geburt abläuft und was so alles passiert. Ich finde es immer viel einfacher mit neuen Situationen zurecht zukommen, wenn man ein bißchen eine Ahnung hat, was passiert wird/kann/soll. Jetzt warten wir halt mal ab, wie die Realität dann aussieht.