Im Frühtau zu Berge…

Wunderschönen guten Morgen. Es ist 5:40 Uhr am Sonntag und ich sitze hier mit Sophie am Computer und schlage etwas Zeit tot, Theo versucht hingebungsvoll seinen eigenen Schwanz abzulecken und draußen hat es erfrischende 11 Grad. Eigentlich habe ich ganz gut geschlafen, außer dass ich um exakt 4:58 Uhr aufgewacht bin und nicht mehr einschlafen konnte. Bis in einer Stunde dann wieder…

Unsere neue Kamera kam gestern und wir hatten Spaß, damit zu spielen. Ich war gerade am abwaschen als der DHL-Mann kam und habe es deshalb Cerah überlassen, unser neues Spielzeug auszupacken und zu studieren. Das einzige was ich von ihr gehört habe war: Wow! Cool! Ha! Üh! Bis sie dann vor mir stand und tolle Bilder von mir im Nachthemd und mit total zerwuschelten Haaren gemacht hat. Naja, die sind wieder gelöscht, aber eine tolle Kamera ist es schon. Zum ersten Mal kann man Sophie auf den Bildern auch wirklich sehen, mit Gesicht und Fell und Löwenmähne und nicht nur als schwarzen Fleck. Ich bin sehr beeindruckt und der Feuerwerksknopf hat es mir ja voll und ganz angetan. Sehr cool! Damit kann man Bilder mit längerer Belichtungszeit im Dunkeln machen. Das musste ich natürlich auch ausprobieren und habe gestern im Dunkeln Bilder von vorbeifahrenden Autos gemacht. Sieht supercool aus, wie auf den Postkarten, wo die Lichter dann wie so Streifen aussehen.

Ansonsten haben wir gestern nicht wirklich viel gemacht, wir haben ja schließlich auch Urlaub :) Ein bißchen einkaufen, ein Haufen unnötiger Bilder gemacht und “Rumo” gelesen. Das ist unsere Ferienlektüre: Rumo und die Wunder im Dunkeln. Wir lesen uns das Buch gegenseitig vor und es macht echt Spaß, dauert zwar etwas länger, ist dafür aber sehr erheiternd. Ich denke, wenn wir fertig sind, werden wir den Käptn Blaubär lesen. Den habe ich zwar schon vor langer Zeit mal gelesen, aber so wirklich erinnern kann ich mich an nichts mehr.

So sieht also unser Urlaub bisher aus. Am Montag wollen wir zu Ikea und abends Sophie zum Impfen bringen und am Mittwoch haben wir auch schon wieder den nächsten Frauenarzttermin. Ich kann es kaum erwarten Ziggy wieder zu sehen und nicht nur rumhüpfen zu spüren.

Bis demnächst in diesem Theater und Gute Nacht

Belle

Urlaub

Wir haben am Dienstag spontan beschlossen, dass ich dringend Urlaub brauche, um meine Batterien wieder aufzuladen. Also habe ich am Mittwoch Urlaub eingereicht, bin seit gestern daheim und muss erst am Donnerstag wieder arbeiten gehen! Yipieh! Das ist das erste Mal seit Anfang des Jahres, dass ich mehr als nur ein langes Wochenende frei habe und es ist soooooo schön. Wir haben uns zuerst überlegt, ob wir irgendwo hin fahren wollen, Nordsee oder sonst irgendwo hin, haben uns allerdings dagegen entschieden. Sophie und Theo wollen ja auch versorgt sein. Also haben wir dann beschlossen, wir machen einfach Urlaub zu Hause, sparen das Geld und kaufen uns dafür eine neue Digitalkamera. Eine Canon Powershot A530. Das war Cerahs Wunschkind. Mir war es eigentlich ziemlich egal, Hauptsache die Reaktionszeit ist schnell und Nahaufnahmen sind auch scharf. Die Kamera, die wir bisher hatten, war für den Anfang echt gut, aber für Ziggy wollen wir eine, die auch Bilder von Gesichtern machen kann und nicht sofort unscharf wird, wenn das Fotoobjekt nicht absolut unbeweglich ist. Also haben wir lieber in eine neue Kamera, als in einen Urlaub investiert.

Gestern Abend war die Informationsveranstaltung des zweiten Krankenhauses, das für die Entbindung in Frage käme. Naja, der Kreißsaal bzw. mehere davon waren neuer und wesentlich und schicker, aber irgendwie glaube ich nicht, dass es da drauf ankommt. Der Vortrag wurde von einer der dortigen Hebammen gehalten, da die Ärzte alle mit Notfällen und Operationen beschäftigt waren. So weit so gut, in den ersten 10 Minuten hatte die Gute mir schon den Eindruck vermittelt, dass eine Geburt etwas ganz furchtbares ist und dass soooo viele Dinge schief gehen können, aber “wir sind hier bestens für solche Fälle ausgerüstet”. Und danach hätten wir eigentlich gleich gehen können, denn da war mir schon klar, dass ich lieber in die Uniklinik gehe. Ich hatte den Eindruck, dass dort die Einstellung zur Geburt wesentlich positiver ist. Und als dann noch die Fragen von den werdenden Eltern kamen, war alles vorbei. Meine Lieblingsfrage: Wo kann ich denn parken? Was bitte ist das für eine völlig bescheuerte Frage? Das interessiert doch nun wirklich keinen. Frag den Pförtner oder sonst jemanden, aber doch bitte nicht im Infoabend wo es um Dammschnitte, PDAs und Einläufe geht. Von dem mal abgesehen, dass ich sowieso nicht verstehe, wozu ein Einlauf gut sein soll. Ist mir rätsel- und schleierhaft.
Es war auf jeden Fall gut, noch ein zweites Krankenhaus gesehen zu haben. Ich wollte ihm ehrlich ne Chance geben, aber mein Bauchgefühl sagt Nein und dann bleibt es auch beim Nein. Klein Ziggy wird also in der Uniklinik auf die Welt kommen.

Am Mittwoch haben wir unseren nächsten Termin beim Frauenarzt und ich kann garnicht glauben, dass ich dann schon im 7. Monat bin. Wo ist die ganze Zeit hingegangen? Ist doch echt unglaublich, wie schnell alles geht, je älter man wird…

Diabetestest und Kreißsaaltourismus

Zuerst mal zum Diabetestest den ich Montagmorgen gemacht habe. Ich muss sagen, es fiel mir enorm schwer nicht zu frühstücken. Das ist die einzige Mahlzeit am Tag, die ich definitiv brauche und das auch gleich nach dem Aufstehen. Und darauf musste ich verzichten! Ich bin also mit knurrendem Magen zum Frauenarzt gewackelt und habe mir meinen nüchternen Zuckerwert abnehmen lassen. Die Arzthelferin kuckt auf das Gerät, sagt: 48 und schaut mich erwartungsvoll an. Da kann ich nur erwartungsvoll zurück schauen, denn ich habe keine Ahnung, ob das gut, schlecht oder abnormal ist. Dann sagt sie endlich: Das ist aber sehr niedrig! Okay, wie auch immer. Sie ist dann zur Überzeugung gekommen, dass das wohl ist weil ich so völlig nüchtern bin. Aha. Dann gibt sie mir nen Plastikbecher und ne 300 ml Pulle mit Sirup mit Johannesbeergeschmack. Ich dachte nur: Toll, das schmeckt sicher zum kotzen und ich muss das alles trinken. Würg! Es war dann aber garnicht so schlecht, hat nur geschmeckt wie billiger “Fruchtnektar” ausm Aldi. So weit so gut, dann durfte ich ne Stunde im Wartezimmer rumgammeln. Die Zeit hat nicht mal dazu gereicht, eine Ausgabe des Spiegels komplett durchzuarbeiten. Zum Glück ging die Stunde doch recht schnell um. Der Zuckerwert danach war 108 und das war wohl ok. Mein Arzt meinte dann, dass einige Ärzte nach einem Ausgangswert, der unter 70 liegt garnicht erst weitermachen, weil das dann heißt, dass der Körper ganz prima seinen Zuckerwert nach unten korrigieren kann. Super, das heißt also, ich bin da quasi für ne Stunde umsonst rumgehockt. Nun gut, er meinte dann noch, meine Zuckerwerte seien fast schon perfekt und wenn ich meine Ernährung nicht umstelle, werde ich wohl auch nie an Altersdiabetes erkranken. Ist doch immer gut zu hören, dass man so gesund ist!

Am Abend um 18:30 Uhr war dann der Informationsabend der Uniklinik. Wie immer sind wir zu spät gekommen, die Freuden des öffentlichen Nahverkehrs! Das war aber nicht wirklich schlimm, denn es sind noch jede Menge andere Leute viel später erst gekommen. Insgesamt waren etwa 40 Leute da, die meisten Frauen schon wesentlich schwangerer als ich. Der Leiter der Frauenklink, Prof. Dr. Louwen, hat dann einen zweistündigen Vortrag gehalten, in dem er genau erklärt hat, was bei einer Geburt und kurz danach passiert. Obwohl es ganze zwei Stunden gedauert hat, war es doch sehr unterhaltsam und aufschlussreich. Er hat erklärt, wie es bei ihnen so abläuft und worauf sie Wert legen:

- Dammschnitte sind nicht erlaubt und werden auf keinen Fall durchgeführt, denn geholfen haben sie noch niemandem

- Kaiserschnitte werden nur im äußersten Notfall durchgeführt

- Eine Rückenmarksspritze ist auch nicht der Normalfall, sondern wird nur eingesetzt, wenn unbedingt nötig und gewünscht

- Man kann 4 Stunden nach der Geburt wieder nachhause gehen, wenn alles in Ordnung ist

- Der Professor bringt gerne Steißlagen auf natürliche Art zur Welt (keine Ahnung wie, finde ich aber beeindruckend)

- Stillen wird zu 100 % unterstützt, d.h. direkt nach der Geburt wird das Baby der Mutter auf die Brust gelegt, wo es dann auf prompt nach der Brustwarze sucht, was wiederum dazu führt, dass der Milcheinschuss direkt stattfindet

Also im großen und ganzen soll alles so natürlich wie möglich ablaufen, was ich in diesem Fall auch gut finde, obwohl ich normalerweise nicht so die Ökö-Tussi bin. Ich werde zum Beispiel auf keinen Fall Stoffwindeln verwenden!
Ich fand es auch gut, dass der Leiter selbst den Vortrag gehalten hat, und nicht irgendein Student oder Assistenzarzt oder so. Das zeigt definitiv den Stellenwert, den sie den werdenden Eltern und dem “schönsten Erlebnis ihres Lebens” (O-Ton Prof. Louwen) sprich der Geburt geben.

Mein Eindruck war auf jeden Fall sehr gut, aber trotzdem werden wir uns am Donnerstag noch das Markuskrankenhaus anschauen, wenn vielleicht auch nur, um einen Vergleichswert zu haben. Mal schauen, ob die auch so einen guten Eindruck hinterlassen werden.