Zuerst mal zum Diabetestest den ich Montagmorgen gemacht habe. Ich muss sagen, es fiel mir enorm schwer nicht zu frühstücken. Das ist die einzige Mahlzeit am Tag, die ich definitiv brauche und das auch gleich nach dem Aufstehen. Und darauf musste ich verzichten! Ich bin also mit knurrendem Magen zum Frauenarzt gewackelt und habe mir meinen nüchternen Zuckerwert abnehmen lassen. Die Arzthelferin kuckt auf das Gerät, sagt: 48 und schaut mich erwartungsvoll an. Da kann ich nur erwartungsvoll zurück schauen, denn ich habe keine Ahnung, ob das gut, schlecht oder abnormal ist. Dann sagt sie endlich: Das ist aber sehr niedrig! Okay, wie auch immer. Sie ist dann zur Überzeugung gekommen, dass das wohl ist weil ich so völlig nüchtern bin. Aha. Dann gibt sie mir nen Plastikbecher und ne 300 ml Pulle mit Sirup mit Johannesbeergeschmack. Ich dachte nur: Toll, das schmeckt sicher zum kotzen und ich muss das alles trinken. Würg! Es war dann aber garnicht so schlecht, hat nur geschmeckt wie billiger “Fruchtnektar” ausm Aldi. So weit so gut, dann durfte ich ne Stunde im Wartezimmer rumgammeln. Die Zeit hat nicht mal dazu gereicht, eine Ausgabe des Spiegels komplett durchzuarbeiten. Zum Glück ging die Stunde doch recht schnell um. Der Zuckerwert danach war 108 und das war wohl ok. Mein Arzt meinte dann, dass einige Ärzte nach einem Ausgangswert, der unter 70 liegt garnicht erst weitermachen, weil das dann heißt, dass der Körper ganz prima seinen Zuckerwert nach unten korrigieren kann. Super, das heißt also, ich bin da quasi für ne Stunde umsonst rumgehockt. Nun gut, er meinte dann noch, meine Zuckerwerte seien fast schon perfekt und wenn ich meine Ernährung nicht umstelle, werde ich wohl auch nie an Altersdiabetes erkranken. Ist doch immer gut zu hören, dass man so gesund ist!
Am Abend um 18:30 Uhr war dann der Informationsabend der Uniklinik. Wie immer sind wir zu spät gekommen, die Freuden des öffentlichen Nahverkehrs! Das war aber nicht wirklich schlimm, denn es sind noch jede Menge andere Leute viel später erst gekommen. Insgesamt waren etwa 40 Leute da, die meisten Frauen schon wesentlich schwangerer als ich. Der Leiter der Frauenklink, Prof. Dr. Louwen, hat dann einen zweistündigen Vortrag gehalten, in dem er genau erklärt hat, was bei einer Geburt und kurz danach passiert. Obwohl es ganze zwei Stunden gedauert hat, war es doch sehr unterhaltsam und aufschlussreich. Er hat erklärt, wie es bei ihnen so abläuft und worauf sie Wert legen:
- Dammschnitte sind nicht erlaubt und werden auf keinen Fall durchgeführt, denn geholfen haben sie noch niemandem
- Kaiserschnitte werden nur im äußersten Notfall durchgeführt
- Eine Rückenmarksspritze ist auch nicht der Normalfall, sondern wird nur eingesetzt, wenn unbedingt nötig und gewünscht
- Man kann 4 Stunden nach der Geburt wieder nachhause gehen, wenn alles in Ordnung ist
- Der Professor bringt gerne Steißlagen auf natürliche Art zur Welt (keine Ahnung wie, finde ich aber beeindruckend)
- Stillen wird zu 100 % unterstützt, d.h. direkt nach der Geburt wird das Baby der Mutter auf die Brust gelegt, wo es dann auf prompt nach der Brustwarze sucht, was wiederum dazu führt, dass der Milcheinschuss direkt stattfindet
Also im großen und ganzen soll alles so natürlich wie möglich ablaufen, was ich in diesem Fall auch gut finde, obwohl ich normalerweise nicht so die Ökö-Tussi bin. Ich werde zum Beispiel auf keinen Fall Stoffwindeln verwenden!
Ich fand es auch gut, dass der Leiter selbst den Vortrag gehalten hat, und nicht irgendein Student oder Assistenzarzt oder so. Das zeigt definitiv den Stellenwert, den sie den werdenden Eltern und dem “schönsten Erlebnis ihres Lebens” (O-Ton Prof. Louwen) sprich der Geburt geben.
Mein Eindruck war auf jeden Fall sehr gut, aber trotzdem werden wir uns am Donnerstag noch das Markuskrankenhaus anschauen, wenn vielleicht auch nur, um einen Vergleichswert zu haben. Mal schauen, ob die auch so einen guten Eindruck hinterlassen werden.