Mar
11
2010
2

Liebe Frau Holle,

ich glaube, ich muss mal ein ernstes Wörtchen mit dir reden. Hast du heute schon mal einen Blick aus dem Fenster geworfen? Sicher hast du das. Und was hast du gesehen? Sonne, haufenweise Sonne. Schön für dich. Lass mich dir mitteilen, dass das kein Wunder ist, schließlich wohnst du ÜBER den Wolken.
Soll ich dir mal sagen, was ich gesehen habe, als ich heute früh – am 11. März 2010 – zum Fenster rausschaute? Schnee. Haufenweise, weißes, kaltes Zeug. Habe ich schon erwähnt, dass heute der 11. März ist? März? Lenz? Frühling? Sagt dir das was?
Es ist ja nett, dass du dich dieses Jahr von den Olympischen Spielen animieren hast lassen und scheinbar um die Goldmedaille im BettfederAusschütteln kämpfst – und diese auch eindeutig und völlig konkurrenzlos gewinnst – aber ich hätte dann mal genug.
Von dem mal abgesehen wohne ich hier in der Toskana Deutschlands. Schnee kenne ich eigentlich nur in der Form von höchstens mal einem 24-stündigem Puderzucker-Überzug auf dem Feld. Und das war’s. Eigentlich. Diesen Winter war das aber mal so gar nichts mit Toskana und was ich im Januar (= Winter) noch toll fand, finde ich nun beim gefühlten 2000sten MonsterSchneefall im März (=FRÜHLING!!!) einfach nur ätzend.
So wie du da oben deine Bettfedern ausschüttelst, hast du sicher schon den Möbelschweden und das Dänische Bettenlager komplett leer gekauft. Die haben doch garantiert schon Lieferschwierigkeiten bei kuschelig warmen Daunenbettdecken und -kissen. Dabei werden die hier unten dringend gebraucht, denn – hab ich das eigentlich schon mal erwähnt? – es hat heute wieder GESCHNEIT und warme Decken werden dringend gebraucht.
Hast du dir eigentlich schon einmal Gedanken über die Spätfolgen deines obsessiv-exzessiven BettdeckenAusschüttelns gemacht? Bei uns waren die Räumdienste völlig überfordert – in der Toskana schneit es nämlich normalerweise nicht – und haben tonnenweise Salz auf Straßen und Gehwegen verteilt. Ich befürchte nun, dass wir im Sommer am Baggersee eventuell SalzwasserKrokodile vorfinden werden, da das ganze Grundwasser so dermaßen durchgesalzen wurde, weil eine gewisse Person da oben wie irre ihre Bettdecken schütteln musste und wir hier unten vor lauter Überforderung mit Salz um uns geschmissen haben. Squishy würde das freuen, erzählt er mir bei jedem Gewässer doch neuerdings ständig, dass da Krokodile drinne schwimmen. Ich hätte dann aber gerne einen krokodilfreien Bereich mit Wellenmaschine, damit ich mich wirklich wie am Meer fühlen kann.
Aber was red ich mir denn hier den Mund fusselig – wenn du so weiter machst, kommt der Frühling nie, geschweige denn der Sommer.
Ich hätte also eine Bitte, liebe Frau Holle, lass das Schütteln sein und fahr zum Weihnachtsmann hoch an den Nordpol. Der freut sich sicher und ich habt euch doch auch schon lange nicht mehr gesehen. Da kannst du dann deinen Sommerurlaub verbringen und Ende des Jahres – Dezember bis Februar wären ganz passende Monate, da ist nämlich WINTER – wieder heimkommen, um deine Betten auszuschütteln. Wenn es sein muss und du übermäßig motiviert bist, kannst du von mir aus auch schon Ende November mit der Schüttelei anfangen. Aber jetzt mach dich schleunigst vom Acker. Es ist fast Mitte März, auf facebook werden schon Gruppen gegründet, die nach einem Auftragskiller für dich suchen und so ein bisschen Erholung – deine Arme tun dir doch bestimmt schon weh – tut dir sicher gut.
Mach’s gut, erhol dich und bis später in diesem Jahr.

Hochachtungsvoll
Eine, die nun wirklich die Nase gestrichen voll hat vom Schnee

Written by Belle in: Alltag |
Mar
09
2010
0

Stiefkindadoption

Immer wieder mal bekomme ich Anfragen dazu, wie denn bei uns die Stiefkindadoption abgelaufen ist. Manchmal per Mail und manchmal führt google die Suchenden hierher. Um mir die Arbeit zu sparen und es den Suchenden einfacher zu machen, habe ich links in der Seitenleiste unter INFOS alle Artikel, die mit der Stiefkindadoption zusammenhängen verlinkt. Das sind dann zwar die Artikel von hinten nach vorne, aber da es nicht so viele sind, dürfte das eigentlich kein Problem sein.

- Ich muss aber gleich dazu sagen, dass wir wahnsinnig viel Glück hatten – trotz des kleinen Handicaps, dass meine Frau Ausländerin ist. Wir hatten das Jugendamt nie bei uns, waren nur ein einziges mal bei denen und hatten auch einen Richter, der sehr unkompliziert veranlagt war. Unsere Adoption haben wir noch in Frankfurt/Main gemacht. Wie das auf dem Dorf oder in einem anderen Bundesland ist, weiß ich nicht. Ich denke, das hängt immer sehr von den beteiligten Menschen ab. -

Unsere Reise zur Stiefkindadoption HIER klicken.

Mar
05
2010
0

80

Es gibt manchmal Gelegenheiten an denen man Menschen wieder sieht, mit denen man aufgewachsen ist, die man mal wirklich gut kannte und mit denen man eigentlich schon seit Jahren nur sporadisch Kontakt hat.  So ein Anlass war heute der 80ste Geburtstag meines Opas. Die längste Zeit hieß es, er möchte nichts an seinem Geburtstag machen, das ist alles zuviel. Dann ging es ihm in letzter Zeit wieder etwas besser und er wollte gerne seinen Geburtstag feiern. Das war nun heute. Mir liegen so Veranstaltungen nicht wirklich. Ich mag’s lieber klein und kuschelig. Es ist interessant, sämtliche Cousins und Cousinen zu sehen, mit denen man als Kind sehr viel Zeit verbracht hat. Animosität gibt es meines Erachtens nach keine, nur viel Fremdsein. Wir sind 10 Enkel und mittlerweile 5 Urenkel. 4 Mädels und ein Junge, der da unser Squishy wäre. Mein Opa war sehr erstaunt zu hören, dass er der einzige Junge ist. Ich bin mir auch nicht hundertprozentig sicher, dass er meinen Namen wußte – beim auf Wiedersehen sagen noch viel weniger als bei der Begrüßung. Da hatte er diesen leeren Blick, der mich ahnen lässt, dass ich ihm fremd bin. Denn früher hat er mich immer mit Namen angesprochen, den er dann auf seine eigene Art und Weise gesagt hat. Und dann kam ganz oft die Geschichte mit “Belle, kannst du schon schwimmen.” Hat irgendwas mit seiner jüngsten Tochter also meiner Tante zu tun und hat für mich noch nie Sinn gemacht.

Aber 80 ist ein stolzes Alter und vermutlich auch die letzte Gelegenheit, noch einmal alle beieinander zu haben.

Written by Belle in: Alltag, Genetisch verbunden aka Familie |
Mar
02
2010
8

Pipi-Geschichten

Erstaunlich wie viel Zeit man auf einmal hat, wenn man morgens pünktlich aufsteht. Noch mehr Zeit hat man, wenn man eine dreiviertel Stunde zu früh aufsteht oder besser aufgestanden wird. Das reicht dann sogar dazu, sich und das Kind zu füttern, mit dem Hund rauszugehen und anschließend das Kind gestriegelt und gebügelt im Kindergarten abzuliefern. Das war ja eigentlich auch unser ursprünglicher Plan – nur ist der bisher leider an vielen verschiedenen Dingen gescheitert. So zum Beispiel: die Mutter, die einfach nicht früh genug aus dem Bett kommt; das Kind, welches aus unerfindlichen Gründen morgens mit mir nichts essen will (wenn Mommy das selbe dann wenige Minuten später anbietet, ist es toll, aber bei mir nicht); das Kind einfach zu lange schläft und morgens genau so wenig in die Gänge kommt wie besagte Mutter; der Toilettentick des Kindes (einer der Haupthindernisse).

Lange Zeit ging unser Kind nur zuhause aufs Klo. Zuerst auf sein Froschtöpfchen, dann auf die große Toilette mit Toilettensitz. Kein anders Klo war annehmbar und pinkeln ging nur zuhause oder draußen in der Wildnis. Dann kam der Winter und für uns ein willkommener Grund das Wildnis-Pinkeln zu unterbinden. Nach und nach wurden auch alle anderen Toiletten akzeptabel, so lange dort ein Toilettensitz drauf getan wurde. Mittlwerweile bekommen wir ihn ab und an dazu auf eine normale Toilette ohne Sitz zu gehen, wenn’s halt ganz dringend ist und er quasi keine andere Wahl hat.

Nun sind ja die Kindergartentoiletten extra auf kleine Hintern ausgelegt und somit eigentlich optimal. Nicht für unser Kind, denn da ist ja kein Toilettensitz drauf.  Bisher haben alle Versuche, ihn dazu zu bewegen im Kindergarten auf die Toilette zu gehen, nicht gefruchtet. Zum Glück ist er ja der Meister im Pipi-Verdrücken und deshalb ist das kein größeres Problem. Wenn er erst relativ spät in den Kindergarten geht. Mit mir früher zu gehen ist aus diesem Grund etwas mit Bedenken von unserer Seite verbunden. Heute ging es ohne Probleme und wir arbeiten daran, dass er irgendwann mal kapiert, dass man auch ohne Toilettensitz aufs Klo gehen kann.

Von dem mal abgesehen geht er sowieso von 4 allerhöchstens 3 Wochen pro Monat in den Kindergarten, weil er ständig und ich meine wirklich ständig eine Mittelohrentzündung nach der anderen hat. Im Moment behandeln wir gerade Mittelohrentzündung Nr. 4 oder sind wir doch bei 5? Ich weiß es schon nicht mehr. Nächste Woche nochmal mit ihm zum HNO. Wir hoffen auf den Frühling und dass das irgendwann mal wieder besser wird.

Written by Belle in: 2 Mamas, Alltag, Das Kind, Regenbogenfamilie |

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