Ich dachte, das geht weg

Man hat als Kind und später als Teenager so seine Vorstellungen vom Erwachsensein.

Als Kind ist man der Ansicht, wenn man dann mal erwachsen ist, dann darf man alles. All die tollen Sachen die verboten sind und für die man angeblich noch zu klein ist, kann man dann machen wenn man endlich erwachsen ist.

Als Teenager kommt dann die Überzeugung, dass wenn man erst mal erwachsen ist oder wenigstens vor dem Gesetz als erwachsen gilt, einem quasi über Nacht die Weisheit des Lebens zugetragen wird. Man weiß auf einmal, was man nach der Schule machen wird, womit man den Rest seines Lebens seinen Lebensunterhalt verdienen will und was man mit dem Leben nach der Schule anfangen soll. Überhaupt wird man eine respektable Persönlichkeit, die von allen ernst genommen wird.

Irgendwann ist man dann mal erwachsen – komischerweise jedoch nicht von einem Tag auf den anderen – und muss dann feststellen, dass sich so wirklich viel trotzdem nicht geändert hat. Ich dachte immer, wenn ich dann mal erwachsen bin, dann werde ich auch erwachsene Kleider tragen, erwachsene Musik hören, erwachsene Bücher lesen und mich über erwachsene Themen unterhalten. Ich dachte meine Obsessionen würden wegegehen, meine Kapuzenpullis in der Altkleidersammlung verschwinden, meine Turnschuhe durch schnieke Stöckelschuhe ersetzt, ich würde nicht mehr lauthals mitgröhlen, wenn eines meiner Lieblingslieder aus den Charts im Radio läuft, ich würde meine Liebesromane gegen Literaturnobelpreisgewinner austauschen, mich nicht mehr für Spielzeug und Barbies begeistern, mich nicht mehr immer und überall auf den Boden setzen, denn ich hätte ja schicke, erwachsene Kleider an, mit denen man das nicht macht und noch so vieles mehr.

Stellt sich heraus, das geht überhaupt nicht weg. Auch im reifen Alter von beinahe 32 Jahren hat sich das nicht geändert. Es ändert sich vielleicht etwas der Fokus und die Intesität, aber mehr auch nicht. Ich verfalle immer noch in regelmäßigen Abständen in uferlose Obsessionen – nicht über Leonardo DiCaprio, aber immer noch über Bücher. Ich liebe meine Kapuzenpullis, meine Jeans und die Turnschuhe. Ich singe in den höchsten Tönen bei allem mit, was mir auch nur annähernd gefällt. Ich tanze dazu durch die Wohnung. Ich liege mit den Kindern auf dem Boden rum. Egal ob drinnen oder draußen. Ich liebe immer noch Liebesromane, meine Barbies und kaufe Spielzeug, weil ich es toll finde und nicht für die Kinder. Die es dann natürlich auch toll finden, aber eigentlich dienen sie nur als Ausrede. Ich fürchte mich nicht davor, mich komplett einzusauen und mich vor aller Welt lächerlich zu machen.

Aber es gibt eine Sache, die ich am Erwachsensein wirklich schätze und die ich als Teenager noch nicht wirklich begriffen hatte:

Es gibt nur dieses eine Leben, das ich habe. Dieses Leben macht gerne was es will und fragt nicht vorher an, ob es mir jetzt mal ein paar unüberwindbare Hindernisse in den Weg werfen oder Haken schlagen darf oder nicht. Es macht es einfach. Dagegen kann ich zwar nichts machen, aber und das ist das größte ABER überhaupt, ich muss mich nicht widerstandslos mittreiben lassen. Ich kann, darf und muss sogar jeden Tag aufs neue entscheiden, was ich wie machen will. Ich habe die Freiheit zu entscheiden. Über alles. Ich darf entscheiden, wer und was mir wichtig ist. Was ich brauche und was nicht. Was ich geben will  und was nicht. Dann komme ich eben eine halbe Stunde zu spät zur Arbeit, weil mir das morgendliche Familienkuscheln im großen Bett wichtiger ist als ein pünktlicher Arbeitsbeginn. Die Arbeit wird in der halben Stunde mit Sicherheit nicht wegrennen. Die Kinder dagegen werden so schnell groß und diese kleinen Momente sind so viel wertvoller.Wichtiger.

Als Erwachsener kann ich heute sagen, dass Erwachsensein viel mit Prioritäten zu tun hat. Ich glaube, erst wenn man herausgefunden hat, was einem wirklich wichtig ist im Leben, dann ist man angekommen. Aber auch dann ist die Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen. Prioritäten ändern sich. Das Leben auch. Vielleicht ist Erwachsensein auch nur ein kleiner Abschnitt in der Persönlichkeitsentwicklung  und nicht das Endziel. Denn irgendwie bin ich mir sicher, dass ich Erwachsensein in 30 Jahren ganz anderes definieren werde als heute.

Vermutlich werde ich es einfach Leben nennen.

Bücheraufgabe

Es war einmal ein Buch… Bücher. Na wenn das mal keine Steilvorlage für mich ist. Ich liebe Bücher. Liebe, liebe, liebe sie. Aufgabe 3 der Eltern-Kind-Blogparade ist wie für mich gemacht!

Aber fangen wir mal am Anfang an. An Bücher, die mir vorgelesen wurden kann ich mich ehrlich gesagt nicht erinnern. Meine Büchererinnerungen fangen an, als ich selbst lesen lernte und anfing Bücher zu lieben.

Ich kann mich noch daran erinnern, wie schwierig ich es am Anfang fand, die Worte zusammen zu puzzeln und daraus dann sinnvolle Sätze zu erkennen.

Mein allererstes Buch war vermutlich dieses hier. Die Reise mit der Pfeffermaus von Herma Kennel. Ich habe nicht mehr die geringste Ahnung worum es da geht, weiß aber dass ich es gut fand. Ich kann mich daran erinnern, dass ich mich durch Die kleine Hexe von Ottfried Preußler gequält habe. Das Quälen lag allerdings nicht am Buch oder dessen Inhalt, sondern daran, dass ich einfach mitten im Satz aufgehört habe zu lesen, um dann da später weiterzumachen. Dass das nicht funktionieren kann, ist eigentlich logisch. Als ich es dann aber einmal raushatte, habe ich nie wieder aufgehört und wirklich alles gelesen, was mir unter die Finger kam.

Ich liebte alles von Enid Blyton. Egal ob 5 Freunde, Hanni und Nanni, Dolly, Tina und Tini, Der Zauberer Sausebrause, die Abenteuer-Serie einfach alles. Viele der Bücher habe ich in der Bertelsmann Club-Ausgabe, da meine Mama da lange Jahre Mitglied war und mich mit Nachschub versorgt hat.

Eines meiner ultimativen Lieblingsbücher ever – für diese exklusive Wortzusammenstellung sollte ich eigentlich den Preis für das Verhunzen der deutschen Sprache gewinnen – ist Die unendliche Geschichte von Michael Ende. Diese Geschichte hat mir so viel gegeben und jedes Mal wenn ich sie lese, entdecke ich wieder etwas neues. Eine Geschichte, die Mut macht und eine einzige große Reise ins Seelenleben ist. Das ist ein Buch, welches ich meinen Kindern mit Sicherheit auch aufzwingen werde. Und wehe sie mögen es nicht…

Danach kamen tausenderlei Mädchenbücher, Teeniegeschichten und alles, was sich so anbot. Bille und Zottel war übrigens die einzige Pferdebuchreihe, die mir jemals sympathisch war. Völlig un-mädchenhaft sind Pferde nämlich nichts für mich.

Irgendwie hatte ich immer das Gefühl, dass ich für meine Lesewut nie genug Material hatte. Schade, schade, dass es damals noch kein kindle oder etwas derartiges gab. Oder vielleicht auch nicht. Ich bezweifle, dass ich jemals wieder ans Tageslicht gekommen wäre, wenn ich da schon die unendlichen Ressourcen gehabt hätte, die sich mir heute anbieten. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich so viele Bücher zur Hand, dass ich in 20 Jahren noch genug zu lesen haben werde. Oh mein kindle, wie ich dich liebe! Ich habe alleine diesen Monat bereits 9 Bücher gelesen. NEUN! Ohne Worte.

Aber zurück  zum Thema: Ratgeber. Mit Ratgebern hab ich’s überhaupt nicht. Der einzige Schwangerschaftsratgeber den wir hatten war What to expect when you’re expecting. Ein Klassiker der Ratgeberschaft. Bei der ersten Schwangerschaft fand ich den auch noch super. Bei der zweiten eigentlich nur noch unnötig und überflüssig. Ansonsten hat es nie ein Ratgeber in unseren Haushalt geschafft. Wir sind wohl ziemlich beratungsresistent und ich kann es nun mal nicht leiden, wenn mir wer erzählen will, was ich machen soll. Und wieso sollte ich mir sowas auch noch freiwillig ins Haus holen?

Miss Gigi ist noch ein bisschen zu klein zum lesen, obwohl sie seit ein paar Wochen das Kinderbücherregal entdeckt hat. Da steht sie sehr gerne davor und zieht Bücher aus dem Babybücherkorb. Meistens schlotzt sie diese dann zwar nur ab, aber manchmal schaut sie sich auch tatsächlich die Bilder an.

Mister Squishy ist im Moment ein großer Fan von Captain Underpants von Dav Pilkey. Nachdem er erst behauptet hatte, das sei nur was für Mädchen ist er mittlerweile hin und weg und könnte sich den ganzen Tag daraus vorlesen lassen. Eigentlich handelt es sich hierbei um ein Comicbuch. Es ist aber noch genügend Text vorhanden, um nicht aus Sprechblasen zu bestehen. Das Buch selbst is klasse. Absolut originell und witzig. Captain Underpants ist ein Comicbuchheld, der von zwei Grundschülern erfunden wird, weil sie finden, dass die ganzen Superhelden immer so aussehen würden, als ob sie die Unterhose auf anstatt unter den Kleidern tragen würden. Warum also nicht gleich einen Käptn Unterhose erfinden? Bücher dieser Art sind bei uns immer Geschenke unserer kanadischen Freunde, die ihren Lebensunterhalt damit verdienen, dass sie die Bilder für Zeichentrickserien gestalten und zum Leben erwecken. Da ist sowas einfach Programm.

Eigentlich könnte ich hier noch stundenlang weitermachen, aber irgendwann ist auch mal gut. Vielleicht mache ich das mal als eigene Serie – Bücher, die ich anderen Leuten mit Kindern empfehlen kann. Material genug hätte ich dazu schon…

Gesponsert wird die dritte Wochenaufgabe von GoboKinder.de, dem Coppenrath Verlag – das sind die mit dem Captn Sharky und von shopclever.de.

U6 & U9

Letzte Woche hatten wir einen Doppel-U-Termin mit den beiden Kindern. Während Cerah mit Miss G. die U6 durchlief, waren Mr. Squishy und ich mit der U9 beschäftigt.

Bei Miss Gigi gab es dieses Mal nichts auszusetzen. Das Elefantenbaby wiegt 10800 Gramm und ist stolze 81 cm groß. Damit liegt sie über dem Durchschnitt und außerhalb der Wachstumskurve, die hinten im U-Heft verzeichnet ist. (Zum Vergleich: Der große Bruder war zur U6 sage und schreibe 5 cm kleiner.) Sie ist halt eine ganz Große die Kleine. Der Arzt meinte dann auch, dass sie sehr aufgeweckt und interessiert sei. Ähm ja, man könnte auch sagen, sie ist chronisch neugierig und muss ihre kleinen Fingerchen immer überall drin haben. Zum Essen wollte er dann gar nichts mehr wissen, es sei ja offensichtlich, dass wir das richtig machen.

Mister Squishy war bei seiner U-Untersuchung ein wahrer Musterknabe. Es hat ihm sichtlich Spaß gemacht, allen Anweisungen zu folgen und die Aufgaben zu lösen. Er ist gehüpft, auf einem Seil gelaufen, hat einen Sehtest gemacht und gemalt. Und wie toll er gemalt hat. Dafür, dass ihn das schon seit einer ganzen Weile nicht mehr wirklich interessiert, hat er echt klasse gemalt. Ein Männchen, ein Dreieck, ein Viereck, lange Linien, kurze Linien, Linien mit Punkten, einen Kreis und so weiter. Das einzige, was wie erwartet etwas Probleme bereitet hat, war der Sprachteil. Er wußte zwar alle Worte und konnte alles benennen, aber die Aussprache bereitet ihm nach wie vor Probleme. So gab es am Ende für ihn dann einen Überweisung zum Logopäden. Mr. Squishy fand das gar nicht gut. Aus irgendeinem Grund hat er Angst davor zu einer Sprachtherapie zu gehen. Für ihn war diese Aussicht ganz, ganz furchtbar, obwohl wir ihm wiederholt versichert haben, dass das nicht schlimm sei und sein bester Kindergartenfreund hat das auch schon gemacht hätte. Und dem hat es extrem geholfen. Da es aber ewig dauert bis man bei einem Logopäden einen Termin bekommt, haben wir noch etwas Zeit, ihn darauf vorzubereiten.

Die Arzthelferin – die Nette dieses Mal und nicht die grantige Kuh – war sehr begeistert von Mister Squishy und wie toll er mitmachte und wie brav er sei. Sag ich doch. Unser Großer ist wirklich ein Goldschatz!

Fazit: Beide Kinder gesund und munter. Keine größeren Mängel festzustellen. Plakette erteilt.